Der TagDas wird heute wichtig
Guten Morgen. An so einem frischen (zumindest jetzt noch, es soll heiß werden heute) Dienstag in der Früh fragt man sich schonmal, wohin mit seiner Kraft. Jemand wie Benjamin Netanjahu zum Beispiel schwört Rache - während Israel also bitteren Abschied nimmt von den zuletzt im Gazastreifen getöteten Geiseln, schwört der von den Hinterbliebenen kritisierte Regierungschef Vergeltung. Statt sich um die anderen 100 Geiseln zu kümmern, damit sie es lebend zurück aus der Hölle schaffen; statt alle Kraft in sämtliche Möglichkeiten zu investieren, die einen Waffenstillstand bringen könnten. Nein, er kündigt an, die Hamas werde einen "sehr hohen Preis" für die Ermordung der sechs israelischen Geiseln zahlen, deren Leichen vergangene Woche in einem unterirdischen Tunnel im Süden des Gazastreifens entdeckt worden waren. Den hohen Preis zahlt aber nicht die Hamas, sondern die Bewohner Palästinas. Genauso wie die sechs Geiseln, die etwa 48 bis 72 Stunden vor der Autopsie aus nächster Nähe erschossen wurden. Es fällt oft nicht leicht einen guten Morgen zu wünschen, ich tu's trotzdem. Verwenden Sie Ihre Kraft heute für etwa Sinnvolles, Schönes!
Was sonst noch ansteht:
Vertreter von Ampel-Koalition, Union und Bundesländern wollen ab 15.00 Uhr über Konsequenzen aus dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag von Solingen beraten. Wesentliche Grundlage soll nach Angaben des federführenden Bundesinnenministeriums das "Sicherheitspaket" der Bundesregierung aus der vergangenen Woche sein.
Nach jahrelanger Verzögerung soll der Strafprozess zur VW-Dieselaffäre gegen den früheren Konzernboss Martin Winterkorn beginnen. Die Verlesung der Anklage gegen den 77-Jährigen ist für 11.00 Uhr im Landgericht Braunschweig geplant.
Die Thüringer CDU hat den Weg für erste Gespräche mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht und der SPD frei gemacht. Thüringens CDU-Generalsekretär Christian Herrgott sagte, der Landesvorstand habe ihn selbst und CDU-Landeschef Mario Voigt ermächtigt, die Gespräche zu führen.
Trotz zusätzlicher Kosten für Zuschüsse zum Deutschlandticket soll in den meisten Bundesländern das Angebot im Nah- und Regionalverkehr vorerst aufrechterhalten werden. Schleswig-Holstein hatte im Juni Streichungen angekündigt: Man müsse sparen und könne den Schienennahverkehr ab 2025 nicht vollständig aufrechterhalten, hieß es - zwei Prozent der Verkehrsleistungen auf der Schiene würden gestrichen.
Unweit der Front hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Saporischschja bei einem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Dick Schoof erneut reichweitenstarke Waffen gefordert. Nötig sei nicht nur die Freigabe von Waffen für Schläge gegen Ziele im russischen Hinterland, sondern auch die Lieferung dieser Raketen, sagte Selenskyj