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Der TagDeutsche Bahn setzt sich über Entscheidung des Verkehrsministers hinweg

18.11.2025, 12:55 Uhr

Konkurrenten der Deutschen Bahn werden noch länger warten müssen, bis sie gleichberechtigten Zugang zur Navigator-App bekommen. Trotz einer Aufforderung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder zeigt die Bahn kaum Ambitionen, ihre App DB Navigator vom Fernverkehr in die Infrastruktursparte InfraGO zu übertragen. Es sei korrekt, dass die App in Schnieders Bahn-Agenda "erwähnt" werde, heißt es lediglich auf Anfrage des "Spiegels": "Hiermit werden sich die zuständigen Gremien der DB befassen." Die konkrete Frage, bis wann der Navigator verlagert wird, lässt der Konzern unbeantwortet.

Schnieder hatte die Übertragung in der im September vorgestellten "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" klar gefordert. Demnach erwartet das Verkehrsministerium die Verlagerung "bereits kurzfristig". Die Bahn geht nach "Spiegel"-Informationen davon aus, dass die InfraGO der DB Fernverkehr den Navigator abkaufen müsste. In die Entwicklung der App sei viel Geld geflossen, kürzlich soll ihr Wert auf bis zu anderthalb Milliarden Euro taxiert worden sein. Wenn die intern flössen, so eine Warnung, könne die EU-Kommission das als unerlaubte Quersubventionierung werten. Zudem müssten in der InfraGO erst neue Strukturen für den Vertrieb aufgebaut werden, mit dem die Sparte bislang nichts zu tun hat.

Der Bahn-Konkurrent Flixtrain hält die Bedenken für vorgeschoben. "Die Übertragung des DB Navigators auf die InfraGO ist weder rechtlich noch wirtschaftlich ein Problem", sagt Unternehmenschef André Schwämmlein dem Magazin. Er verweist darauf, dass der Navigator 2023 bereits vom DB Vertrieb zu DB Fernverkehr verschoben wurde.

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Fahrgäste können im Moment noch keine Flixtrain-Züge im DB Navigator buchen. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

Quelle: ntv.de