Der Tag

Der TagDiensthund skalpiert Frau - Polizist vor Gericht

18.09.2024, 14:51 Uhr

Ein besonders brutaler Fall aus Nordrhein-Westfalen zeigt mal wieder: Maulkörbe sind eine tolle Erfindung. Nur leider hat ein Polizist seinem Diensthund keinen aufgesetzt, obwohl er von dem aggressiven Verhalten seines Tieres wusste. Doch der Reihe nach: Ende September 2023 geht der heute 45-Jährige in seiner Freizeit mit dem belgischen Schäferhund spazieren. Dabei soll er den Hund an einer etwa drei Meter langen Leine geführt haben. Auf einem Parkplatz passiert es: Zwischen den Autos beißt das Tier eine Frau, die an einer offenen Beifahrertür hantierte, in den Arm.

Vermutlich deutete der Schäferhund die Armbewegung der Frau als Angriff und biss sie daraufhin gemäß seinem Training zunächst in den Arm. Doch es kommt noch schlimmer: Der Hund verbeißt sich anschließend in den Kopf der am Boden liegenden Frau. Die Verletzungen der 73-Jährigen sind erheblich. Sie trägt eine ausgedehnte Skalpierung der Kopfhaut davon. Ihr muss Haut transplantiert werden. Jetzt steht der Polizist in Hattingen in Nordrhein-Westfalen vor dem Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Körperverletzung vor. So soll sich der Hund bereits kurze Zeit vor dem Vorfall gegenüber seinem Hundeführer aggressiv gezeigt haben, ohne dass dies der Dienstbehörde entsprechend gemeldet worden sei. Ein Urteil könnte schon heute fallen.

Update 15.23 Uhr: Der Polizist wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Der 45-Jährige muss der schwer verletzten Frau eine Entschädigung von 2000 Euro zahlen, wie das Amtsgericht Hattingen in Nordrhein-Westfalen mitteilte. Zudem wurde in gleicher Höhe eine Verwarnung mit Strafvorbehalt ausgesprochen.

Quelle: ntv.de