Der TagDoch nicht Mega-Version des Weißen Hais? Megalodon soll eher schlank statt bullig gewesen sein

Dass der Megalodon groß war, ist keine Frage. Das belegen die Funde von Wirbeln und Zähnen der ausgestorbenen Riesenhaie. Ein vollständiges Skelett wurde bisher allerdings nicht gefunden, Gewissheit über die genaue Größe, Position der Flossen und Körperform gibt es daher nicht. Letztere könnte anders ausgesehen haben als bislang vermutet: Ein Forschungsteam von der University in Chicago nimmt an, dass der Megalodon eher schlank als bullig geformt war. Für ihre Studie verglichen die Forschenden die versteinerte, etwa elf Meter lange und fast vollständige Wirbelsäule eines Megalodon mit der von 165 lebenden und ausgestorbenen Haiarten, um das Verhältnis von Kopf, Körper und Schwanz abzuschätzen. "Er ähnelte nicht einem übergroßen Weißen Hai, sondern eher einem riesigen Zitronenhai mit einem schlanken, langgestreckten Körper", erklärt Mitautor Phillip Sternes. Diese Form sei für ein derart großes Tier physikalisch viel sinnvoller, um sich effizient durch Wasser bewegen zu können. Auch moderne Riesenhaie wie der Walhai (Rhincodon typus) und der Riesenhai (Cetorhinus maximus) hätten schlanke Körper. Wegen ähnlich gezackter Zähne wurde lange Zeit angenommen, dass sich Megalodon und Weißer Hai stark ähnelten.
Die Forschenden betonen im Fachjournal "Palaeontologia Electronica" aber, dass es sich bei ihren Interpretationen nur um Hypothesen handelt. Sicherheit würde erst der Fund eines vollständigen Skeletts bringen, sagen sie. Aufgrund von Wirbel-Funden gehen sie davon aus, dass Megalodons mehr als 24 Meter lang sein konnten. Das wäre etwa sechsmal so lang wie ein Weißer Hai.