Der TagEU-Kommission zeigt Herz für Praktikanten

Praktika sind meist mit einer schlechten Bezahlung verbunden, obwohl sie in vielen Branchen einiges abverlangen. Letzteres will die EU-Kommission nun ändern. Unternehmen müssten "bezahlte Praktika anbieten, die allen jungen Menschen unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund zugänglich sind", erklärte Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis bei der Vorstellung eines entsprechenden Gesetzesvorschlags. Das Gesetz soll verhindern, dass Praktikantinnen und Praktikanten als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Brüssel will damit zudem den Fachkräftemangel bekämpfen. Wenn sie die gleiche Arbeit machen, sollen Beschäftigte im Praktikum dem Vorschlag zufolge genauso viel verdienen wie regulär Angestellte.
Das Gesetz soll zudem verhindern, dass Unternehmen ihre regulär Beschäftigten über Praktikumsverträge anstellen, um Geld zu sparen. Die Behörden in den EU-Staaten sollen die Betriebe regelmäßig kontrollieren, als Kriterium soll etwa die Vertragslaufzeit gelten. Betriebsräte sollen sich für die Rechte von Praktikantinnen und Praktikanten einsetzen dürfen. In Deutschland müssen Arbeitgeber für Praktika ab einer Dauer von drei Monaten den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Pflichtpraktika im Rahmen des Studiums oder der Ausbildung sowie kürzere Praktika werden jedoch häufig geringer oder gar nicht bezahlt. Der Haken: Sind diese verpflichtend, gehen sogar mit einem temporären Umzug einher, können Betroffene diese häufig nicht stemmen. Es sei denn: Sie haben Rücklagen - oder Unterstützung.