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Der TagEin "Trinkgeld" von 150 Millionen? Streit über Rembrandt-Gemälde in den Niederlanden

13.12.2021, 09:55 Uhr

Die niederländische Regierung stellt für den Ankauf eines Rembrandt-Gemäldes durch das Amsterdamer Rijksmuseum 150 Millionen Euro aus der Staatskasse bereit. Die Zeitung "de Volkskrant" kritisiert das als unangemessen: "Das Coronavirus scheint bei der niederländischen Regierung einen Spendiertrieb ausgelöst zu haben. Wenn man 80 Milliarden Euro für die Bekämpfung eines Virus und die Rettung der Wirtschaft ausgegeben hat, dann sind 150 Millionen doch bloß ein Trinkgeld. (...) Selbstständige Kulturschaffende haben gerade erst zu hören bekommen, dass sie nicht mit weiterer Unterstützung durch die Regierung rechnen können. Wie schmerzlich muss es angesichts dessen sein, wenn die Regierung für ein einziges Bild ein Fünftel des jährlichen Kunstbudgets ausgibt? (...)

In niederländischen Museen hängen 44 Gemälde von Rembrandt. Würde das 45. viel deutlicher machen, "wer wir sind? Werden die Niederlande künftig sämtliche Rembrandts aufkaufen, die auf den Markt kommen? Und was tun wir, wenn es um einen Van Gogh, Mondrian oder Vermeer geht?"

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Beeindruckende Riesenbaustelle und Restaurationsprojekt im Rijksmuseum: Rembrandts "Nachtwache" (Foto: AP)

Quelle: ntv.de