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Der TagEntsetzen in Hollywood nach Aufhebung von Vergewaltigungsurteil gegen Weinstein

26.04.2024, 11:05 Uhr

Die Aufhebung eines Vergewaltigungsurteils gegen den früheren Film-Mogul Harvey Weinstein löst in Hollywood Enttäuschung und Fassungslosigkeit aus. Kritik kommt unter anderem von Rosanna Arquette, Ashley Judd und Mira Sorvino, die dem früheren Filmproduzenten sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben. Weinstein sei 2020 "zu Recht verurteilt" worden, die Aufhebung des Urteils sei "bedauerlich", sagt Arquette dem Branchenblatt "Hollywood Reporter". "Als Überlebende bin ich mehr als enttäuscht."

Ashley Judd, die erste Schauspielerin, die mit Missbrauchsvorwürfen gegen Weinstein an die Öffentlichkeit gegangen war, erklärt im Onlinedienst Instagram: "Das ist ungerecht gegenüber den Überlebenden. Wir leben in unserer Wahrheit. Wir wissen, was passiert ist." "Entsetzt!", reagierte die Schauspielerin Mira Sorvino auf X. Der ehemals sehr mächtige Produzent sei ein "Serien-Sexualstraftäter, der 200 Frauen oder mehr vergewaltigt, ihnen ein Leid angetan hat". Sie sei "angewidert", dass die Justiz mehr den Sexualstraftätern als den Opfern zuneige.

Die Schauspielerin Rose McGowan, die Weinstein Vergewaltigung vorwirft, erklärte auf Instagram zu dem gekippten Urteil: "Sie werden niemals kippen, wer wir sind." Sie bedankte sich bei allen, die mit "Mut" und "Einigkeit" gegen den Missbrauch eingetreten seien. Weinstein war 2020 in New York wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hatte der heute 72-Jährige Berufung eingelegt. Am Donnerstag hob der Oberste Gerichtshof in New York das Urteil wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuverhandlung an.

Quelle: ntv.de