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Der TagErzieherin wirft Ex-Kollegin Misshandlung von Kita-Kindern vor

08.04.2024, 16:50 Uhr

Eine Erzieherin muss sich vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Die 30-Jährige soll Kita-Kinder misshandelt haben. Angeklagt sind Vorfälle in einem Kinderhaus im Landkreis Würzburg, die sich zwischen September und Dezember 2021 ereignet haben sollen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-Jährigen vorsätzliche Körperverletzung in acht Fällen, Nötigung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. So soll die Erzieherin beispielsweise ein zweijähriges Mädchen in drei Fällen zum Essen gezwungen haben. Sie habe der Kleinen "gewaltsam den gefüllten Löffel so weit in den Rachen einführt, dass das Kind letztlich die Nahrung aufnehmen und schlucken muss", erklärt die Staatsanwaltschaft. "Das Kind erbrach, nach anfänglichem mehrfachen Würgen, die gewaltsam eingeführte Nahrung."

Beim Prozessauftakt bestreitet die 30-Jährige über ihren Anwalt, die Kleinkinder absichtlich gequält zu haben. "Sie hat nie ein Kind zu Boden geknallt", sagt der Anwalt. Auch Zwangsfütterungen habe es durch sie nicht gegeben. Allerdings habe sich die Erzieherin in manchen Situationen unangemessen und inakzeptabel verhalten. Wenn sie ein Kind mal unter den Armen gepackt und auf den Po gesetzt habe, könnte es auf objektive Betrachter unsanft gewirkt haben, so der Jurist.

Angeklagt ist auch die frühere Leiterin der betroffenen Kindergartengruppe. Sie soll die mutmaßlichen Übergriffe ihrer Kollegin mitbekommen, aber sie erst rund ein Jahr später gemeldet haben. "Ich weiß, dass ich nicht geholfen habe", so die 37-Jährige, die wegen Unterlassens vor Gericht steht. Sie belastet ihre Kollegin: "Die ganzen Fälle sind passiert." Sie habe der heute 30-Jährigen nur gesagt, "dass sie aufhören soll". Mehr habe sie damals nicht gemacht. "Ich hatte Angst, dass mir keiner glaubt."

Quelle: ntv.de