Der TagFDP wettert: "Retten Weltklima nicht, indem wir Lastenfahrräder in Berlin-Kreuzberg subventionieren"
Die Grünen wollen in der nächsten Legislaturperiode eine Milliarde Euro zur Förderung von Lastenfahrrädern ausgeben, mehr dazu hier. Für ihren Vorschlag erntete die Partei von CDU, FDP und Linken umgehend Kritik, zum Beispiel von der FDP: "Die Grünen wollen mit dem Geld der Steuerzahler Klientelpolitik betreiben", so Vize-Fraktionschef Christian Dürr. "Wir werden das Weltklima nicht retten, indem wir Lastenräder in Berlin-Kreuzberg bezuschussen."
Für einen effizienten Klimaschutz brauche es laut Dürr keine weiteren "bürokratischen Mini-Subventionen, sondern einen umfassenden Emissionshandel mit hartem CO2-Deckel." Das sei der beste Weg, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Er forderte die Grünen auf, sich gemeinsam mit der FDP für eine Ausdehnung des Zertifikatehandels auf alle Branchen einzusetzen, "statt sich weiter im Klein-Klein zu verlieren". CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak erklärte auf Twitter, die Vorschläge der Grünen im aktuellen Wahlkampf würden "immer abstruser und weltfremder".
Auch bei der Linken traf der Vorstoß der Grünen aus Ablehnung. "Lastenfahrräder können in einigen Städten eine Hilfe sein, in den ländlichen Regionen helfen sie praktisch niemandem", findet Linken-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali. "Wer glaubt, mit einer staatlichen Förderung von Lastenfahrrädern die Verkehrswende einleiten zu können, der befindet sich auf dem Holzweg." Es müssten vielmehr der öffentliche Nahverkehr konsequent ausgebaut und die Ticketpreise gesenkt werden.
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock unterstützt den Vorschlag ihres Partei-Kollegen, denn es solle keine "absolute Ungleichheit» geben zu einer Förderung von 6000 Euros für Elektroautos. "Damit könnten auch Menschen, die keinen Führerschein hätten oder nicht Auto fahren wollten oder könnten, zum Beispiel ihre Einkäufe nach Hause bringen."