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Der TagFabrikmanager in Pakistan zu Tode geprügelt und angezündet: 120 Festnahmen

04.12.2021, 13:48 Uhr

Ein Gerücht über Blasphemie hat in Pakistan einen Fabrikmanager aus Sri Lanka das Leben gekostet. Er soll sich angeblich islamfeindlich verhalten haben und wurde deshalb am Freitag in Sialkot 200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Islamabad von einem wütenden Mob zu Tode geprügelt und seine Leiche in Brand gesteckt. Die Polizei hat bis zu 120 Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen sei auch einer der Hauptverdächtigen, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben der Polizei war die tödliche Selbstjustiz durch Blasphemie-Gerüchte ausgelöst worden. "In der Fabrik verbreitete sich das Gerücht, der Manager habe ein religiöses Poster abgerissen und in den Mülleimer geworfen", sagte der Polizeibeamte Zulfiqar Ali. Blasphemie ist in Pakistan ein äußerst heikles Thema. Der geringste Verdacht auf eine Beleidigung des Islam kann Proteste auslösen und zu Lynchjustiz führen.

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Polizisten stehen Wache vor dem Ort, wo ein Farbrikmanager von einem Mob getötet wurde. (Foto: AP)

Quelle: ntv.de