Der TagFall Epstein: Gerichtsdokumente belasten Prinz Andrew
Hat Prinz Andrew bei US-Behörden ein gutes Wort eingelegt, um für seinen damaligen Freund Jeffrey Epstein einen "günstigeren Deal im Strafverfahren" zu erwirken? Genau das behaupten neu veröffentlichte Gerichtsdokumente. Zwei namentlich nicht genannte Opfer von Epstein, der vergangenes Jahr starb, sollen darin den Herzog von York bezichtigen, für den verstorbenen US-Milliardär und verurteilten Sexualstraftäter Lobbyarbeit betrieben zu haben.
Die beiden Opfer, lediglich als Jane Doe 1 und Jane Doe 2 aufgeführt, sollen die Freigabe der Dokumente beantragt haben, um Prinz Andrews Beteiligung am Epstein-Skandal zu beweisen. Die Dokumente stammen laut "The Independent" aus einer beigelegten Verleumdungsklage aus dem Jahr 2015. Diese wurde damals von Virginia Roberts Giuffre, einem mutmaßlichen Opfer Epsteins, gegen dessen Vertraute Ghislaine Maxwel eingereicht. In den Dokumenten soll es heißen: Prinz Andrew habe sich dafür eingesetzt, dass Epstein - der sexuellen Gewalt an Minderjährigen beschuldigt - mit einem vorteilhaften Deal davonkomme. Ein Verfahren vor einem Bundesgericht hat es zu jener Zeit tatsächlich niemals gegeben. Epstein gelang eine außergerichtliche Einigung mit der Staatsanwaltschaft.