Der TagFrankreich will Milliardenkosten für AKW stemmen, braucht aber grünes Licht der EU
Die EU-Kommission könnte im April eine Prüfung französischer Staatshilfen für sechs neue Atomreaktoren einleiten. Brüssel will ermitteln, ob die massiven Subventionen gegen die Wettbewerbsregeln der EU verstoßen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen erfuhr. Eine solche Prüfung gehört den Informationen zufolge bei großen Summen zum Standard und dauert mehrere Monate.
Frankreich und der Atomkraftbetreiber EDF hoffen, dass die Ermittlungen nicht zu Verzögerungen beim Bau führen. EDF hatte seine Kostenrechnung für den Bau der sechs Reaktoren im Dezember deutlich nach oben geschraubt, auf knapp 73 Milliarden Euro. Der französische Staat will bis zu 60 Prozent der Kosten direkt selbst finanzieren. Die endgültige Investitionsentscheidung soll nach derzeitigem Stand Ende 2026 fallen.
Das neueste Atomkraftwerk Frankreichs, Flammanville 3, ging 2024 an den Start. Die Bauzeit betrug 17 Jahre, statt 5 Jahren, wie ursprünglich angenommen. Auch die Kosten explodierten. Statt der ursprünglich avisierten 3,3 Milliarden Euro mussten am Ende 23,7 Milliarden Euro berappt werden.