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Der TagFrauen sollen nicht einkaufen gehen: Bürgermeister empört Japaner

24.04.2020, 14:01 Uhr
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Hat klare Vorstellungen vom Leben: Ichiro Matsui. (Foto: imago images/Kyodo News)

In Japan werden im Kampf gegen das Coronavirus nicht nur Rosenknospen abgeschnitten, sondern auch - wenn es nach dem Willen von Osakas Bürgermeister Ichiro Matsui geht - Frauen aus den Supermärkten verbannt. Denn Frauen bräuchten viel zu lange zum Einkaufen, "während sie sich umsehen und beim Kauf von Diesem oder Jenem zögern". Dieser sexistische Kommentar sorgt in sozialen Netzwerken derzeit für Wirbel. User verurteilten die Bemerkungen als "respektlos gegenüber Frauen und Männern". Matsui erklärte dagegen, Männer könnten einfach die Produkte kaufen, die ihre Frau ihnen auftragen. "Ich denke, es ist gut, wenn sie einkaufen gehen und dabei menschlichen Kontakt vermeiden", so der 56-Jährige weiter. Auf den Einwand eines Journalisten hin räumte Matsui ein, dass diese Sicht als wirklichkeitsfremd betrachtet werden könne. Für seine Familie gelte seine Geschlechterbeschreibung jedoch schon.

Mit seiner Lebensweise steht der Bürgermeister in seinem Land indes nicht allein da: Obwohl viele Frauen einen hohen Bildungsabschluss besitzen, belegt Japan im diesjährigen Gleichstellungsindex des World Economic Forum nur Platz 121 von 153. Unterrepräsentiert sind Frauen vor allem in der politischen Landschaft. Auch in japanischen Familien sind traditionelle Geschlechterrollen oft stark verwurzelt.

Quelle: ntv.de