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Der TagGabriel startet Vermittlungsversuch in Katar-Krise

03.07.2017, 09:42 Uhr
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Gabriel stieg heute morgen ganz leger gekleidet in Tegel in den Regierungsairbus. Vermutlich zieht sich der Außenminister bis zur Ankunft in Saudi-Arabien noch um. (Foto: dpa)

Die Lage im Mittleren Osten ist schon seit Jahrzehnten kompliziert und gefährlich - doch mit der Katar-Krise erhitzt sich noch ein weiterer Krisenherd. Nun schaltet sich der deutsche Außenminister ein. Gabriel reist heute nach Saudi Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Was er dort will? Vor allem beruhigen und vermitteln. "Wir ergreifen nicht Partei", sagte er vor seiner Abreise. Und: "Wir unterstützen mit Nachdruck die Vermittlungsbemühungen des Emirs von Kuwait. Denn was es jetzt braucht, ist ein ernsthafter Dialog zwischen den Beteiligten, um konstruktive Lösungsansätze durch Verhandlungen zu entwickeln."

Die Lage ist gerade besonders heikel, weil mehrere Länder, darunter Saudi-Arabien, Katar ein Ultimatum gestellt haben. Es geht um 13 Forderungen, die für souveräne Staaten unannehmbar sind: So wird verlangt, den TV-Sender Al-Dschasira zu schließen und die Kontakte zum Iran einzuschränken.

In der Nacht hielten schon viele den Atem an, weil das Ultimatum auslief - dann wurde es noch einmal um zwei Tage verlängert. Und wir wissen ja: Saudi-Arabien ist schwer bewaffnet, und verfügt unter anderem über viele Leopard-Panzer aus deutscher Produktion. Gabriel: "Der Konflikt am Golf geht nicht nur die an, die dort miteinander im Zwist liegen, sondern betrifft auch uns und unsere Interessen." Das gelte für den Kampf gegen IS, aber auch für die Stabilität einer Region, die von Krisen, Spannungen und Krieg schwer gezeichnet sei. Und was sind "unsere Interessen"? Ich tippe ganz nüchtern auf: weitere Flüchtlingswellen vermeiden, Öl-Importe sichern, Märkte für deutsche Exporte erhalten.