Der TagGesetz soll mehr Lohngerechtigkeit bringen
Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, das Problem ist bekannt. Neu ist, dass sich Arbeitgeber künftig wohl rechtfertigen müssen, was Gefälle bei Gehältern angeht. Dafür soll der Gesetzentwurf für mehr Lohngerechtigkeit sorgen, den das Kabinett heute beschlossen hat. Danach müssten Arbeitgeber genau erklären, nach welchen Kriterien die Beschäftigten bezahlt werden.
Diese Auskunftspflicht gilt für Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. Hat eine Firma über 500 Mitarbeiter, muss sie sogar ohne Aufforderung regelmäßig darüber Auskunft geben, wie es bei der Bezahlung mit der Gleichstellung aussieht.
Das Gesetz werde die Unternehmenskultur verändern, sagte Frauenministerin Schwesig. Die bisher bestehende Lohnlücke von 21 Prozent sei ungerecht, deshalb sei das Gesetz notwendig.
Der Verband deutscher Unternehmerinnen ist gegen das Gesetz. Es sei zwar eine Schande, dass Frauen weniger verdienen. Das Gesetz werde daran aber nichts ändern, sagte Verbandspräsidentin Bschorr der Funke Mediengruppe. Darauf komme es an: Mehr Frauen in technischen Berufen und in Chefsesseln sowie eine bessere Vereinbarkeit für beide Elternteile.