Der TagHacker manipulieren QR-Codes in umstrittener Ausstellung
Derzeit stellt das Kunsthaus Zürich Werke aus der Sammlung von Emil Bührle aus. Doch, wer am Wochenende die QR-Codes scannte, die neben den Gemälden hängen, bekam nicht wie vorgesehen umfangreiche Informationen über die Werke. Stattdessen lasen sie von einem selbsternannten Kulturkollektiv Zusatzinformationen über den Waffenfabrikanten und Kunstsammler Bührle und dessen Bereicherung während der Nazi-Zeit. Insgesamt seien vier Codes manipuliert worden, sagte ein Sprecher des Kunsthauses am Montag. Schon am Wochenende wurde das Problem entdeckt.
Bührle zog in den 1920er Jahren in die Schweiz und wurde dort als Waffenfabrikant eingebürgert. Später machte er mit Nazi-Deutschland Geschäfte. Mit seinem Reichtum begann er seine Kunstsammlung. Dass Bührles Vergangenheit problematisch war, ist bekannt. Kritiker monieren jedoch, dass das Kunsthaus darüber nicht ausreichend informiert habe. Umstritten ist auch, ob Bührles Reichtum teils auf Profiten aus Zwangsarbeit beruht. Das Museum will die Kunstsammlung nun ab November anders präsentieren, um sie in einen größeren gesellschaftspolitischen Zusammenhang zu stellen.