Der TagHantavirus: Argentinien entsendet Experten nach Ushuaia zur Untersuchung von Nagern
Wer ist Patient Zero? Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich ein niederländisches Ehepaar auf einer Reise durch Argentinien mit dem Hantavirus angesteckt und den Erreger somit an Bord des Kreuzfahrtschiffs "MV Hondius" geschleppt hat. Die argentinischen Behörden haben angesichts dessen die Entsendung von Experten nach Ushuaia im Süden des Landes zur Untersuchung von Nagetieren angekündigt. Die Experten für Infektionskrankheiten des Malbrán-Instituts in Buenos Aires würden dort nach einer "möglichen Präsenz des Virus" suchen, teilte das argentinische Gesundheitsministerium mit. Sie würden dabei in Gebiete reisen, die zuvor von den beiden niederländischen Passagieren besucht wurden, die letztendlich gestorben sind.
Das Ministerium betonte, es sei "nicht bestätigt, dass die Ansteckung in Argentinien stattgefunden hat". Die argentinische Provinz Feuerland im Süden des Landes, in der auch Ushuaia liegt und von wo aus das Kreuzfahrtschiff "Hondius" aufgebrochen war, habe "seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 1996 keinen einzigen Hantavirus-Fall gemeldet". Die argentinischen Behörden verzeichnen derzeit nach eigenen Angaben einen Anstieg der Zahl der Hantavirus-Fälle in dem südamerikanischen Land. Das Gesundheitsministerium registrierte demnach im laufenden sogenannten epidemiologischen Jahr 101 Fälle - fast doppelt so viele, wie im Vorjahreszeitraum, als 57 verzeichnet wurden. Der Biologe Raúl González Ittig sagte, dies sei nichts Außergewöhnliches, es handele sich um "vereinzelte Fälle".