Panorama

WHO bestätigt drei TodesfälleKreuzfahrtschiff steuert nach Hantavirus-Ausbruch die Kanaren an

06.05.2026, 18:51 Uhr
00:00 / 03:38
This-aerial-view-shows-a-boat-heading-towards-the-port-from-the-cruise-ship-MV-Hondius-stationary-off-the-port-of-Praia-the-capital-of-Cape-Verde-on-May-6-2026-Evacuations-were-taking-place-on-May-6-2026-from-a-cruise-ship-stricken-with-a-deadly-outbreak-of-hantavirus-the-World-Health-Organization-said-as-experts-confirmed-a-rare-strain-that-can-be-transmitted-between-humans-Three-people-two-crew-members-and-one-other-person-thought-to-be-infected-with-the-virus-were-being-taken-off-the-MV-Hondius-anchored-off-Cape-Verde-the-WHO-said
Das Schiff wird nun in drei Tagen auf den Kanarischen Inseln erwartet. (Foto: AFP)

Mehrere Häfen verweigern der "MV Hondius" aus Sorge vor dem Hantavirus das Anlegen, doch die betroffenen Passagiere bekommen nun Hilfe. Die WHO betont, dass das Risiko für die Allgemeinheit gering sei - anders als zu Beginn der Corona-Pandemie.

Nach einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch darf das vor den Kapverden festsitzende Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen. Der Luxuskreuzer werde voraussichtlich in drei Tagen Teneriffa erreichen, sagte die spanische Gesundheitsministerin Monica Garcia am Mittwoch in Madrid.

Die verbliebenen knapp 150 Menschen an Bord wiesen derzeit keine Symptome auf. Nach der Ankunft sollen alle ausländischen Passagiere in ihre Heimatländer zurückgebracht werden, sofern sie gesund sind. Die 14 spanischen Staatsbürger müssen sich in einem Militärkrankenhaus in Madrid in eine bis zu 45-tägige Quarantäne begeben.

Bei dem Ausbruch auf dem Schiff kamen zunächst drei Menschen ums Leben, darunter ein deutscher Staatsbürger und ein niederländisches Ehepaar. Insgesamt gibt es der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge acht bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle.

Bevor das Schiff die Kapverden verließ, wurden drei Personen von Bord geholt und zur Behandlung in europäische Spezialkliniken geflogen. Dabei handele es sich um einen Deutschen, einen Briten und einen Niederländer, wie das niederländische Außenministerium mitteilte. Zwei von ihnen zeigten dem Betreiber Oceanwide Expeditions zufolge akute Symptome, die dritte Person gilt als enge Kontaktperson des verstorbenen Deutschen.

WHO: Ansteckungsrisiko "sehr, sehr anders als bei Covid"

Südafrikanischen Behörden zufolge handelt es sich bei dem Erreger um den sogenannten Anden-Stamm. Dieser kann in seltenen Fällen bei sehr engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Normalerweise infizieren sich Menschen durch den Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen. Die WHO betonte, dass das Risiko für die Allgemeinheit gering sei. Eine Übertragung erfordere sehr engen physischen Kontakt, etwa durch die gemeinsame Nutzung einer Kabine, erklärte die WHO-Direktorin für Epidemie- und Pandemievorsorge, Maria Van Kerkhove. Dies sei "sehr, sehr anders als bei Covid". Weltweit werden derzeit Dutzende Kontaktpersonen überwacht.

Die "MV Hondius" hatte ihre Reise Ende März im südargentinischen Ushuaia begonnen. Auf dem Luxusschiff kosten Kabinen zwischen 14.000 und 22.000 Euro. Eigentlich sollten die Kapverden das Endziel sein, doch der Inselstaat verweigerte den Passagieren wegen des Ausbruchs den Landgang.

An Bord herrschte Zeugen zufolge unterdessen Ruhe. Die Passagiere nähmen die Situation ernst, gerieten jedoch nicht in Panik, berichtete der Passagier Kasem Hato. Man halte Abstand und trage Masken. "Unsere Tage verlaufen fast normal, wir warten nur darauf, dass die Behörden eine Lösung finden." Man lese, schaue Filme und trinke heiße Getränke, so der Reisende.

Quelle: ntv.de, bho/rts

KreuzfahrtschiffeHantavirusWeltgesundheitsorganisationInfektionskrankheitenSpanien