Der Tag

Der TagHeinrich Heine aktuell wie nie

07.12.2022, 08:44 Uhr
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Juri Andruchowytsch auf der Wiener Buchmesse dieses Jahr (Foto: IMAGO/SKATA)

Heinrich Heine und der ukrainische Verteidigungskampf gegen die russische Invasion haben mehr miteinander zu tun, als man denkt. Zum 225. Geburtstag des spöttischen Dichters aus Düsseldorf geht der renommierte Heine-Preis in diesem Jahr an einen ukrainischen Schriftsteller. Es gibt einige Parallelen - Heinrich Heine würde sich bestimmt freuen. Denn zu seinem 225. Geburtstag erfährt der mutmaßlich am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geborene Dichter eine ganz besondere Aktualität.

Als Zeichen der Solidarität mit der von Russland angegriffenen Ukraine wird der renommierte Heine-Preis der Stadt Düsseldorf dem ukrainischen Lyriker, Essayisten und Romanautor Juri Andruchowytsch verliehen. Zwischen ihm und Heine gibt es einige Parallelen. So war es dem nach eigenen Worten "entlaufenen Romantiker" und scharfzüngigen Essayisten Heine stets wichtig, dass Dichtung auch politisch ist. Auch Andruchowytsch ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Freiheit und europäischer Werte und wird dafür am 10. Dezember mit dem Heine-Preis geehrt.

Der 1960 geborene Andruchowytsch wuchs in tiefen Sowjetzeiten in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk auf. Dort besuchte er eine Schule mit erweitertem Deutsch-Unterricht. Jeden Tag hatte er Deutsch - mit Schwerpunkt Literatur. Der junge ukrainische Schüler lernte Heines berühmtes Gedicht "Die Lorelei" auswendig - von allen deutschen Dichtern des 19. Jahrhunderts sei Heine am häufigsten ins Ukrainische übersetzt worden.

Quelle: ntv.de