Der TagHolocaust-Überlebender Weinberg feiert 100. Geburtstag

Der Ministerpräsident kommt zum Kaffee, der Bundespräsident gratuliert öffentlich - das hat nicht nur mit dem gesegneten Alter von 100 Jahren zu tun, das Albrecht Weinberg mit dem heutigen Tag erreicht hat. Er hat im Dritten Reich die drei Konzentrationslager Auschwitz, Mittelbau-Dora im Harz, Bergen-Belsen bei Celle und mehrere Todesmärsche überlebt. Fast seine ganze jüdische Familie wurde von den Nazis ermordet. "Ihre Geschichte ist eine Mahnung für uns nachfolgende Generationen. Ihr unermüdliches Engagement darin, Schülerinnen und Schüler über die Vergangenheit aufzuklären, hat mich bereits zu Beginn meiner Amtszeit beeindruckt", schrieb Steinmeier in einer Mitteilung des Bundespräsidialamtes. Anlässlich des Geburtstags schrieb Steinmeier nun, es schmerze ihn, dass Weinberg sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben habe - aus Protest gegen die Abstimmungen zur Migrationspolitik im Bundestag Ende Januar. Die Würdigung und die Wertschätzung seiner Verdienste bleibe ungeschmälert bestehen, betonte Steinmeier.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte Weinberg in die USA aus. 2012 kehrte er zusammen mit seiner Schwester zurück in seine ostfriesische Heimat. Seitdem geht er auch in Schulen und berichtet Schülerinnen und Schülern von dem größten Menschheitsverbrechen. Weinberg ist auch Ehrenbürger der Stadt Leer, die ihm zu Ehren einen Empfang im Historischen Rathaus gibt.