Der Tag"Ich habe auch geweint": General berichtet von Kabul
Es waren teils grausame Bilder, die im vergangenen August aus Afghanistan um die Welt gingen. Bilder, die den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die vor Ort waren, wohl noch lange in Erinnerung bleiben werden. Den Kommandeur der deutschen Kräfte bei der Luftbrücke aus Kabul jedenfalls hat die dramatische Evakuierungsoperation geprägt. Die Mission unter seinem Kommando habe sein Bild vom Soldatenberuf geschärft, sagte Jens Arlt der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".
"Es war die härteste Form, die ich je erlebt habe - sowohl von der zeitlichen Intensität, der Eindrücke bis hin zu Dingen, die ich vor Ort entscheiden oder machen musste", sagte der Brigadegeneral der Fallschirmjäger. Arlt erinnerte an die verheerenden Umstände und das Leid, das die deutschen Soldatinnen und Soldaten am Flughafen von Kabul erlebten. Vor den Toren habe ein großer "Pfropf" an Menschen ins Innere gedrängt, um das Land vor den Taliban zu verlassen.
"Wir haben Dinge gesehen, die außerhalb der Vorstellungsnormen sind", sagte Arlt. "Man hat Frauen und Kinder weggedrängt, Kinder sind aus Frustration und Aussichtslosigkeit angereicht worden - teilweise sogar geworfen. Es wurde auch versucht, über Kinder Zugang zu erlangen. Und später wurden diese einfach weggeschmissen - nicht weggelegt." Zu den Soldatinnen und Soldaten habe er gesagt, dass sie es sich nicht schön reden sollten. "Wenn sie sehen, wie zum Beispiel mit Frauen und Kindern umgegangen wurde, konnten sie ruhig weinen und sollten menschlich bleiben. Ich habe auch geweint."