Der Tag

Der Tag "Inakzeptabel, wie unsere Leute in Mali schikaniert werden"

10.09.2022, 07:28 Uhr

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, fordert eine zügige Entscheidung über die Zukunft des Bundeswehreinsatzes im westafrikanischen Mali. Der Schutz und die Sicherheit der Soldaten müssten an oberster Stelle stehen, so Högl in der "Welt am Sonntag". "Es wird also sorgfältig, aber schnell geprüft werden müssen, ob die Bundeswehr wirklich noch in Mali bleiben kann." Nicht akzeptabel sei, wie "unsere Leute vor Ort in Mali schikaniert werden".

Aktuell habe die Bundesregierung dem Parlament zwar berichtet, dass die malische Militärjunta alle Überflugrechte für die UN-Mission Minusma wieder genehmigt habe, "so dass insbesondere die Rettungskette für verwundete Soldaten und auch die Kontingentwechsel gesichert sind". Das Hin und Her zeige aber, dass die Lage fragil sei. Högl: "Der Einsatz darf keine unendliche Geschichte werden, aus der wir den Ausgang nicht finden."

Die Bundeswehr sei Teil der UN-Mission Minusma, aus der sich nicht nur Frankreich, sondern andere wichtige Partner wie Großbritannien, Schweden oder die Niederlande zunehmend verabschiedeten. Kritisch gefragt werden müsse, ob der Auftrag überhaupt noch erfüllt werden könne. Die Wehrbeauftragte: "Was mich nicht überzeugt, ist das Argument: Wenn wir rausgehen, machen wir Platz für die Russen. Ja, diese Gefahr wäre da. Aber das findet jetzt schon statt."

Quelle: ntv.de