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Der TagIndien: Menschen verbrennen "Hexe" und ihre Familie

08.07.2025, 17:12 Uhr

In Indien ist es zu einem grausigen Vorfall gekommen, der ans dunkle Mittelalter erinnert: Bewohner eines Dorfs im Nordosten des Landes sind dort nachts über eine Familie hergefallen. Der aufgebrachte Mob zerrte eine Frau und weitere vier Mitglieder ihrer Familie vor die Tür, schlug mit Bambusstöcken auf sie ein, übergoss sie mit Benzin und zündete die fünf Menschen bei lebendigem Leib an. Dabei soll die Frau als "Hexe" beschimpft worden sein. Das ist nur überliefert, weil der 16 Jahre alte Sohn der beschuldigten Frau es schaffte zu entkommen, bevor auch er von den Dorfbewohnern auf so grausame Weise getötet werden konnte. Der Jugendliche erstattete Anzeige bei der Polizei, wie der Sender NDTV und weitere indische Medien berichten. Demnach sollen etwa 50 Menschen an der "Hexenverbrennung" beteiligt gewesen sein. Die sterblichen Überreste ihrer Opfer sollen sie in einen Tümpel geworfen haben.

Laut der Polizei des Bezirks Purnia im Bundesstaat Bihar soll ein Bewohner der Frau vorgeworfen haben, schwarze Magie praktiziert und für den Tod eines Sohns und die Erkrankung eines weiteren seiner Kinder verantwortlich zu sein. Andere Dorfbewohner seien gegen die Frau aufgehetzt worden. Trauriger Weise ist das in Indien kein Einzelfall: Nach Berichten des von der Zeitung "The Hindu" veröffentlichten Magazins "Frontline" ist die Verfolgung angeblicher Hexen in Teilen Indiens noch immer ein weit verbreitetes Phänomen. Zwischen dem Jahr 2000 und Ende 2024 seien mehr als 2.500 Fälle registriert worden, in denen Frauen Opfer solcher Verfolgungen geworden sein sollen. Die meisten Opfer kämen aus den unteren Kasten der Gesellschaft.

Quelle: ntv.de