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Der TagJohnsons Aussage "unangemessen": Enge Beraterin tritt zurück

03.02.2022, 18:57 Uhr

Der britische Premier Boris Johnson hat durch eine verbale Attacke auf den Oppositionschef Keir Starmer die Mitarbeit einer engen Beraterin verloren. Munira Mirza warf Johnson in einem Kündigungsbrief, der dem britischen "Spectator" vorliegt, eine "unangemessene" Referenz zu einem entsetzlichen Missbrauchsfall vor, für die es keine Grundlage gebe. Johnson hatte Starmer vorgeworfen, dass in seiner Zeit als Leiter der Staatsanwaltschaft nicht gegen den pädophilen BBC-Moderator Jimmy Savile ermittelt worden sei. Savile gilt als einer der schlimmsten Sexualverbrecher der britischen Geschichte. Er starb 2011, ohne je für seine Taten strafrechtlich belangt worden zu sein. Starmer war zwar damals im Amt, hatte aber mit dem Fall Savile nichts zu tun.

Dem "Spectator" zufolge hat Mirza 14 Jahre lang für Johnson gearbeitet und gehörte bislang zu seinem engsten Zirkel. Zwar habe Johnson versucht, seinen Kommentar nachträglich zu erklären, aber sich - anders als von ihr empfohlen - nicht entschuldigt, schrieb die Beraterin.

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Munira Mirza legte Johnson ihre Kündigung vor. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Update: Bis zum Abend wurde mitgeteilt, dass neben Mirza auch Stabschef Dan Rosenfield und Johnsons privater Sekretär Martin Reynolds ihre Kündigung eingereicht hätten und diese akzeptiert worden sei. Beide arbeiten noch weiter, bis es Nachfolger gibt. Außerdem sei auch der Kommunikationschef Jack Doyle von seinem Posten zurückgetreten.

Quelle: ntv.de