Der TagJüngere wenden sich von toxischer Männlichkeit ab
Was ist Männlichkeit? In vorangegangenen Generationen herrschte oft das Ideal des "maskulin-dominante" Typus vor. Unter diesem Rollenbild leidet allerdings nicht nur das Umfeld der Männer, sondern auch ihre eigene Gesundheit. Eine gute Nachricht also, dass traditionelle Geschlechtsmuster in Gesundheitsfragen unter jungen Männern einer Studie zufolge "spürbar" aufbrechen. Das alte Rollenbild eines dominant maskulinen Typs sei nicht mehr das vorherrschende, sagte Sozial- und Gesundheitsforscher Klaus Hurrelmann bei der Vorstellung einer repräsentativen Untersuchung. Das Forschungsinstitut Kantar hatte 2115 junge Männer zwischen 16 und 28 Jahren befragt sowie zum Vergleich 1058 junge Frauen derselben Altersgruppe.
Demnach werden 24 Prozent der Befragten einem "maskulin-dominanten" Typus zugeordnet. Diese Gruppe schneidet laut Analyse gesundheitlich am schlechtesten ab. Die Männer müssten mit starken Gesundheitsbelastungen rechnen, da sie wenig auf ihren Körper achteten und nicht sensibel für psychische Belastungen seien, hieß es. Das Männerbild sei aber im Wandel, schrittweise setze sich ein pragmatisches Verständnis der männlichen Rolle durch.
Die Studie unterscheidet neben dem maskulin-dominanten Typ drei weitere Gruppen. Danach gehören 30 Prozent zum Typus des "gleichberechtigten" jungen Mannes: Diese Befragten setzten sich sensibel mit körperlichen und psychischen Problemen auseinander und hätten tendenziell eine "Antihaltung zu männlicher Dominanz". Für die beiden übrigen Gruppen - als "partnerschaftlicher" sowie "rollenambivalenter" Typus bezeichnet - wird eine noch positivere gesundheitliche Bilanz gezogen, da solche Männer zudem mit Alltagsbelastungen gut umgehen könnten.