Der Tag Jugendlicher sticht 15 Mal auf Bruder und 28 Mal auf Vater ein - acht Jahre Haft
Wegen einer tödlichen Messerattacke auf seinen 15-jährigen Bruder ist ein 18-Jähriger vom Landgericht Heilbronn zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Der junge Mann sei des Totschlags und des versuchten Totschlags schuldig, teilte ein Gerichtssprecher mit.
Der damals 17-Jährige hatte im Januar 2020 auf einem Reiterhof im baden-württembergischen Güglingen zunächst 15 Mal auf seinen zwei Jahre jüngeren Bruder eingestochen, dann 28 Mal auf seinen Vater, der auf die Auseinandersetzung aufmerksam geworden war. Danach fügte er sich selbst Messerstiche und Schnittverletzungen zu, um Suizid zu begehen. Der Vater rief den Notruf - er und auch der Täter konnten gerettet werden. Der jüngere Bruder erlag seinen Verletzungen.
Für das Gericht stand laut Mitteilung fest, dass sich der Angeklagte in einem "psychischen Ausnahmezustand" befand. Wegen seiner affektiven Erregung habe der damals 17-Jährige vermindert schuldfähig gehandelt. Das Urteil ist rechtskräftig.