Der Tag

Der TagKommission berichtet von Gewalt in SOS-Kinderdörfern

02.10.2024, 19:51 Uhr

Der Abschlussbericht zu Gewalt in SOS-Kinderdörfern ist erschütternd: Laut einer unabhängigen Kommission ist es dort in den letzten Jahrzehnten zu zahlreichen Fällen von Gewalt, Missbrauch und anderen Grenzüberschreitungen gekommen. Die Kommission spricht nach ihren Untersuchungen von weit mehr als 100 Fällen. Viele der Betroffenen hätten gesagt, sie seien von Kinderdorfmüttern oder Dorfleitern geschlagen worden. Andere berichteten von sexuellen Übergriffen durch Mitarbeiter oder andere Betreuer – die Übergriffe reichten demnach von anzüglichen Bemerkungen bis hin zu Vergewaltigungen. Andere Betroffene sagten, sie seien als Kinder stundenlang im Keller eingesperrt worden.

"Wir sind zutiefst erschüttert über die Vorkommnisse und bitten alle Betroffenen aufrichtig um Entschuldigung", sagt die Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf e.V., Sabina Schutter. "Wir haben nicht immer gut genug hingehört, nicht alle Beschwerden ernst genommen und nicht angemessen reagiert. Dafür übernehmen wir die Verantwortung." Der Verein verspricht, "jeder Meldung von Unrecht" nachzugehen. Der Bericht soll ein Grundstein für die weitere Aufarbeitung sein. Die Aufarbeitung müsse gegenüber den Betroffenen von mitfühlendem Erinnern, Aufklärung und Anerkennung des erlittenen Leids geprägt sein, sagt Schutter.

Quelle: ntv.de