Der TagKonferenz mit Erdogan - Kanzlerin setzt im Gasstreit mit der Türkei auf Dialog

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben sich in einer Videoschalte über die Corona-Pandemie und eine Reihe internationaler Themen ausgetauscht. Merkel habe die jüngsten positiven Signale und Entwicklungen im östlichen Mittelmeer begrüßt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit. Der Gasstreit zwischen Ankara und Athen im Mittelmeer überschattet derzeit das gesamte europäisch-türkische Verhältnis. Die Kanzlerin habe betont, dass es nun wichtig sei, in den strittigen Fragen im östlichen Mittelmeer "Fortschritte im Dialog" zu erreichen, erklärte Seibert weiter. Darüber hinaus habe Merkel die Bedeutung stabiler und konstruktiver Beziehungen zwischen der EU und der Türkei bekräftigt.
Die Präsidentschaft in Ankara teilte mit, Erdogan habe seiner Hoffnung auf eine Entspannung im Verhältnis zur EU Ausdruck verliehen. Der türkische Präsident wünsche sich mit Blick auf den EU-Gipfel Ende März eine "positive Agenda" in den türkisch-europäischen Beziehungen.
Erdogan schlug den Angaben zufolge auch einen EU-Türkei-Gipfel vor. Er hoffe, dass ein solcher Gipfel noch in der ersten Jahreshälfte 2021 stattfinden könne. Die EU-Ratspräsidentschaft hat bis Ende Juni Portugal inne, das von Ankara als Türkei-freundlich gesehen wird.
Die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei sind derzeit sehr angespannt. Die Gas-Explorationen Ankaras im östlichen Mittelmeer hatten im vergangenen Jahr Empörung vor allem bei Zypern und Griechenland ausgelöst. Für weiteren Streit zwischen der EU und der Türkei sorgten zuletzt die Festnahmen bei den Studentenprotesten in Istanbul.