Der TagLammert ist Umgang mit Kolonialmassakern "peinlich"
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält dem Bundestag vor: Wer sich, wie mit der Armenien-Resolution geschehen, derart deutlich zu Gräueltaten im Osmanischen Reich äußert, sollte erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Dabei nimmt er explizit Bezug zu den Verbrechen Deutscher in der früheren Kolonie Südwest-Afrika. Bundestagspräsident Norbert Lammert äußert sich nun dazu:
Der CDU-Politiker bedauert, dass es hier tatsächlich politische Versäumnisse gegeben hat.
Dass es dazu keine "unmissverständliche Erklärung auf deutscher Seite gibt, finde ich bedauerlich und im Kontext der jüngeren Auseinandersetzungen auch ein bisschen peinlich", sagte Lammert dem ZDF.
Er verwies jedoch darauf, dass Deutschland und Namibia an der Aufarbeitung der Taten von damals sind. "Ich habe die begründete Zuversicht, dass wir hier in absehbarer Zeit zu einem Ergebnis kommen", sagte er. Dazu werde dann auch "eine Erklärung des Bundestags zu den damaligen Ereignissen" gehören.
Deutsche Truppen hatten 1904 Aufstände von Einheimischen brutal niedergeschlagen. 60.000 Herero und 10.000 Nama wurden dabei getötet.