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Der TagMann betrügt jahrelang als Diplomat etwa von "Westartica" oder "Poulvia"

24.07.2025, 22:11 Uhr

Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh hat sich ein Mann jahrelang als diplomatischer Vertreter von Staaten ausgegeben, die gar nicht existieren. Die Polizei hob die "illegale Botschaft" in Ghaziabad jetzt aus und nahm deren 47-jährigen Betreiber unter dem Vorwurf krimineller Machenschaften fest. Der Mann habe sich im Gespräch mit anderen als Vertreter von "Westarctica, Seborga, Poulvia, Ladonien (Ladonia) und weiteren Ländern" vorgestellt, sagte der Leiter der zuständigen Polizei-Sondereinheit, Sushil Ghule, vor Journalisten. Dem Mann wird unter anderem vorgeworfen, Personen um ihr Geld betrogen zu haben, indem er ihnen unter dem Deckmantel angeblich diplomatischer Verbindungen versprach, Jobs im Ausland vermitteln zu können. Auch habe er die Scheinbotschaft dazu benutzt, illegal Gelder über ein informelles Finanzsystem zu überweisen, sagte Ghule.

Die Zeitung "India Today" sprach von einem "diplomatischen Disneyland". Neben sogenannten Mikronationen oder Fantasiestaaten wie Seborga und Ladonien seien Ländernamen wie Poulvia frei erfunden. Seborga heißt eine Gemeinde im Norden Italiens, die sich selbst als Fürstentum sieht. 1996 wurde ein kleines Gebiet in Südschweden von Unterstützern des Künstlers Lars Vilks symbolhaft zu einem unabhängigen Staat Ladonien ausgerufen. Hintergrund war ein Gerichtsstreit um Skulpturen aus Treibholz, die von Vilks in dem Gebiet errichtet wurden.

Quelle: ntv.de