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Der TagMehr als 150 tote Delfine in Amazonas-See gezählt

18.10.2023, 11:17 Uhr

An Delfinen lassen sich die Auswirkungen bestimmter Einflüsse auf die Umwelt ablesen, sie gehören zu den sogenannten Bioidentifikatoren. Stimmt etwas mit ihnen nicht, gibt es ein Problem. In einem brasilianischen See im Amazonas-Gebiet wird das derzeit deutlich. Hitze und Dürre haben dort innerhalb einer Woche zum Tod von mehr als 150 Delfinen geführt. Damit sind schätzungsweise zehn Prozent der Delfine im Tefé-See verendet, wie Umweltschützer mitteilten.

In dem See waren zuvor Wassertemperaturen von mehr als 39 Grad gemessen worden. Nach Angaben des Forschungsinstituts Mamirauá und der Umweltorganisation WWF entdeckten Experten in der letzten September-Woche 153 Delfin-Kadaver im Tefé-See. Es handelte sich um 130 Amazonas-Delfine und 23 Tucuxi-Delfine. Beide Arten sind stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Eine schwere Dürre und hohe Temperaturen hatten in der Region auch zu Niedrigwasser in Flüssen und einem Fischsterben geführt. Die Folgen seien "niederschmetternd", sagte die WWF-Naturschutzspezialistin Mariana Paschoalini Frias. Das Delfin- und Fischsterben wirke sich auf das "gesamte lokale Ökosystem aus".

Quelle: ntv.de