Der Tag

Der TagMehr als 270.000 Frauen zwangssterilisiert: Perus Ex-Präsident wird vorerst nicht belangt

04.12.2021, 08:54 Uhr

Es scheitert an Formalitäten: Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori wird wegen der Zwangssterilisation zehntausender Frauen vorerst nicht vor Gericht gestellt, so urteilte ein Richter am Vortag. Eine Strafverfolgung sei nicht möglich, da der Tatvorwurf nicht im Auslieferungsantrag für Fujimori enthalten gewesen sei. Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regiert hatte, wird für die Zwangssterilisierung von mehr als 270.000 armen und überwiegend indigenen Frauen verantwortlich gemacht. Der 83-Jährige sitzt bereits in Peru eine lange Haftstrafe wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ab. Fujimori hatte sich im Jahr 2000 wegen Korruptionsvorwürfen nach Japan abgesetzt. 2005 wurde er in Chile festgenommen, 2007 nach Peru ausgeliefert und zu 25 Jahren Haft verurteilt.

  • Fujimoris Regierung hatte 1996 ein Familienplanungsprogramm aufgelegt, das offiziell als Maßnahme zur Armutsbekämpfung galt: Es sollte die Geburtenrate senken und das Wirtschaftswachstum in dem südamerikanischen Land ankurbeln.

  • Die Sterilisationen erfolgten offiziell freiwillig, aber zahlreiche Frauen, von denen manche gar kein Spanisch sprachen, wurden nach eigenen Angaben gegen ihren Willen sterilisiert.

  • 18 Frauen starben nach dem Eingriff.

Quelle: ntv.de