Der Tag

Der TagMehr als 900 Hinweise zu Anschlag von Solingen

05.09.2024, 15:45 Uhr

Bei den Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag von Solingen sind nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zentrale Fragen zu dem tatverdächtigen Syrer offen. Eine feste Ermittlungskommission in Düsseldorf mit rund 50 Ermittlern und Ermittlerinnen arbeite aktuell an dem Fall und werde unterstützt vom Bundeskriminalamt. Von 900 Hinweisen würden 400 weiterverfolgt, sagte Reul. Es würden Zeugen vernommen, mögliche Kontaktpersonen ermittelt und Videos ausgewertet.

Es sei immer noch unklar, wann sich der mutmaßliche Täter radikalisiert habe, sagte Reul im Innenausschuss des NRW-Landtags. Er könne in seinem Heimatland, über das Internet, in der Flüchtlingsunterkunft oder in einer Moschee radikalisiert worden sein, so Reul. Zu Spekulationen, wonach im Zimmer des festgenommenen Tatverdächtigen in der Flüchtlingsunterkunft die Flagge des sogenannten Islamischen Staats (IS) gehangen haben soll, sagte Reul: "Inzwischen wurden mehr als die Hälfte der Bewohner der Unterkunft befragt. Keiner hat die Flagge gesehen." Auch müsse noch geklärt werden, wo sich der Verdächtige zwischen der Tat am Abend des 23. August und seiner Festnahme einen Tag später aufgehalten habe, ob er jemanden getroffen und was er gemacht habe. "Das sind rund 24 Stunden, die fehlen uns."

Quelle: ntv.de