Der TagMeldestelle: Sicherheitsgefühl vieler Juden beeinträchtigt
In elf Bundesländern gibt es die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias), darunter Sachsen-Anhalt. Dort registrierte die Meldestelle einen erneuten Anstieg antisemitischer Vorfälle. So zählte die Stelle im vergangenen Jahr 270 Fälle und damit 68 mehr als 2024. Demnach verstetigte sich der Anstieg seit dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Kriegen in Gaza und im Libanon. Ein Teil der Vorfälle hat einen direkten Bezug darauf: Laut Rias wurde tatsächliches oder vermeintliches Handeln des Staats Israel wiederholt zum Anlass genommen, Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt anzufeinden - etwa bei einem Vorfall im August in Halle, als ein pöbelnder Mann neben rechtsextremen und rassistischen Sprüchen auch "Alle Juden betreiben Genozid" rief.
"Dabei darf nicht aus dem Blick geraten, dass es weiterhin zahlreiche antisemitische Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund gibt - deren Zahl 2025 sogar gestiegen ist", heißt es von Rias. Antisemitismus sei tief im Alltagsgeschehen verankert und zeige sich immer wieder auch in scheinbar banalen Situationen wie in Nachbarschaftsstreitigkeiten oder im Arbeitskontext. Die anhaltend hohe Zahl antisemitischer Vorfälle beeinträchtige das Sicherheitsgefühl vieler Jüdinnen und Juden immens und beeinflusse ihren Umgang mit der eigenen jüdischen Identität nachhaltig, erklärt die Stelle.