Der TagMerkels vulgäre Wortwahl irritiert Englischsprechende

Bundeskanzlerin Angela Merkel genießt international hohes Ansehen, wobei auch im Ausland bekannt ist, dass Merkels öffentliche Auftritte selten unterhaltsam oder gar provokant sind. Umso mehr hat sie nun mit einer Wortwahl für Aufsehen gesorgt, die mit der englischen Sprache aufgewachsene Menschen als vulgär empfinden. Der "New York Times" ist der Aufreger sogar einen eigenen Artikel wert.
Anlass ist das Wort "Shitstorm". Merkel verwendete es neulich in einer Ansprache, in der sie sich mit ihrer Verwendung des Begriffs "Neuland" für das Internet auseinandersetzte. Sie habe damals einen "Shitstorm" geerntet.
Während sich das Wort in Deutschland selbstverständlich etabliert hat als Bezeichnung für eine Empörungswelle in den sozialen Medien, zucken Englischsprechende beim Hören zusammen. Schließlich weckt die wörtliche Auseinandersetzung Scheißesturm sehr unappetitliche Assoziationen.
Warum das Wort im Deutschen so normal geworden ist, kann auch die "New York Times" nicht abschließend klären. Dass die Deutschen aber überhaupt ein Wort aus dem Englischen übernommen hätten, weil sie keinen eigenen Begriff haben, werten viele als Anerkennung. Schließlich verdanke Englisch dem Deutschen so schöne Wörter wie angst, zeitgeist, kindergarden und schadenfreude.
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