Der Tag

Der TagMerz holt seine Spezial-Dragees hervor

20.01.2022, 09:07 Uhr

Die CDU muss nach Auffassung ihres designierten Vorsitzenden Friedrich Merz schnell die Oppositionsrolle annehmen und zu neuem Selbstvertrauen finden. "Die CDU muss wieder Selbstbewusstsein ausstrahlen", sagt Merz. Nach der Niederlage bei der Bundestagswahl im September befinde sich die Partei nun in der zweiten Phase der Opposition.

  • "Zuerst war die Schockphase, jetzt sind wir in der Gewöhnungsphase", sagt Merz. "Ich hoffe, dass nach dem Parteitag relativ schnell die Aufbruchphase folgt."

  • "Wichtig ist, dass wir diese Rolle annehmen und nicht wie Franz Müntefering sagen "Opposition ist Mist"", betonte Merz. "Nein, Opposition ist auch ein Wählerauftrag, ist konstitutiver Bestandteil der demokratischen Ordnung unseres Landes. Deshalb haben wir da auch etwas zu tun. Und wenn wir es gut machen, dann ist die Opposition von heute die Regierung von morgen."

  • Auf die Frage, ob die CDU bereits in der Opposition angekommen sei, antwortete Merz: "Tatsächlich ja, emotional noch nicht ganz. Ich habe das 1998/99 ja schon einmal miterlebt und weiß aus dieser Erfahrung, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis man den Hebel innerlich umgelegt hat, um sich auf die neue Lage einzustellen."

  • Die Bildung der Ampel-Koalition im Bund verringert nach Merz' Einschätzung nicht die Koalitionsoptionen für die CDU. "Meine Wahrnehmung ist, dass sowohl die FDP als auch die Grünen durchaus Interesse daran haben, sich nicht allein in die Abhängigkeit der Sozialdemokraten zu begeben."

  • Gefragt nach dem Verhältnis zur CSU, das nach den unionsinternen Turbulenzen im Wahljahr angespannt ist, sagte Merz: "Wir stellen da einfach die Kleiderordnung und das gute Miteinander wieder her. Wir haben ein komplementäres Verhältnis zueinander, das im Grunde eine ideale Kombination ist, um die Wählerpotentiale beider Parteien optimal auszuschöpfen. Das weiß auch die CSU."

  • CSU-Chef Markus Söder und er hätten verabredet, dass sich die Parteichefs, Generalsekretäre und Fraktionsvorsitzenden sehr eng abstimmen. Es werde auch wieder gemeinsame Präsidiumssitzungen geben. "Wir müssen einmal ganz in Ruhe, ohne Zeitdruck, über die Modalitäten von solchen Entscheidungen sprechen."

Quelle: ntv.de