Der TagMerz über Trumps Kuba-Äußerungen: "Sehe keine Grundlage für US-Intervention"
Donald Trump hat mit dem Iran-Krieg, den er vom Zaun gebrochen hat, schon alle Hände voll zu tun, aber das hielt sein Mundwerk nicht davon ab, Kuba zu drohen. "Vielleicht werden wir in Kuba vorbeischauen, wenn wir hiermit fertig sind", so der US-Präsident. Kuba sei ein gescheiterter Staat. Schon zuvor hatte Trump von einer "Übernahme" Kubas gesprochen. Angesichts des Angriffs auf Venezuela und der höchst umstrittenen Entführung des Staatschefs Nicholas Maduro sind die Worte des Republikaners durchaus ernst zu nehmen. Nun hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz anlässlich des Besuchs von Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva dazu geäußert: Er sieht keine Rechtfertigung für eine mögliche Einmischung der USA in Kuba. "Von Kuba geht trotz aller Probleme, die dieses Land mit dem kommunistischen Regime innenpolitisch hat, keinerlei erkennbare Gefährdung für Drittstaaten außerhalb Kubas aus", sagte der CDU-Politiker nach deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Hannover. "Und deswegen sehe ich nicht, auf welcher Grundlage hier eine Intervention stattfinden sollte."
Merz gab den Rat, etwaige Konflikte mit diplomatischen Mitteln und friedlich anzugehen, "um nicht hier einen neuen Konflikt auf der Welt ohne Not zu beginnen, der ebenfalls nur zusätzliche Probleme schaffen würde", sagte der Kanzler weiter. Eine andere Position bleibt dem deutschen Bundeskanzler wohl auch nicht übrig - zumal in Washington wohl niemand wen in Berlin um Rat fragt, bevor das nächste Mal das Völkerrecht gebrochen wird ...