Der TagMinister Backhaus schwänzte Walschutz-Treffen für "Timmy"-Termin
Angesichts der vielen Zeit, die Umweltminister Till Backhaus auf Poel und beim gestrandeten Wal verbrachte, fragten sich viele, wie er seine sonstigen Aufgaben als Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt hinbekommt. So sollte er etwa am 15. an einem Gespräch von Naturschutzverbänden und Fischereivertretern teilnehmen, berichtet der "Spiegel". Allerdings fehlte der Minister. Er hatte den Termin abgesagt. Warum? Weil er zu dieser Zeit eine Pressekonferenz gab, auf der er den erneuten Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal durch eine private Initiative bekannt gab. Zum Gespräch hatte das Umweltministerium eine Abteilungsleiterin entsandt, es war also vertreten.
Pikant ist vor diesem Hintergrund allerdings das Thema des Gesprächs. Denn dort sollte es um den Schutz der Ostseewale gehen. Unter anderem mit Backhaus sollte diskutiert werden, wie denn die Zahl der Wale, die als Beifang in Fischernetzen enden, reduziert werden kann. "Seit 2006 sterben jedes Jahr über 50 Schweinswale vor unserer mecklenburgischen Küste, viele davon auf qualvolle Weise als Beifang", sagte der an dem Termin beteiligte Meeresbiologe Henning von Nordheim von der Universität Rostock im Interview mit dem "Spiegel". Die Population der Ostseeschweinswale ist enorm gering, es droht ihr Aussterben.
Im Zusammenhang mit der Rettung des gestrandeten Wals gab es zahlreiche Kritik, dass hier enorme Summen in die Hand genommen werden und ein erheblicher Aufwand für ein Tier betrieben wird, während viele andere Wale ungesehen in der Ostsee verenden.