Für PR-Termin beim BuckelwalBackhaus soll Walschutz-Treffen geschwänzt haben

Jedes Jahr sterben Dutzende Wale vor der mecklenburgischen Küste. Doch einen Gesprächstermin, um über deren Schutz zu beraten, sagt der Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern laut einem Medienbericht ab. Stattdessen präsentiert er die Buckelwal-Rettungsaktion der Öffentlichkeit.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus soll einen Termin zum Schutz der Wale am 15. April in der Ostsee abgesagt haben, um stattdessen eine Pressekonferenz zum Buckelwal in der Ostsee zu geben. Dies berichtet der "Spiegel". Bei der Pressekonferenz gab er den erneuten Rettungsversuch für Tier durch die private Initiative bekannt.
Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern erklärte, dass eine Abteilungsleiterin den Termin zum Schutz der Ostseewale in Vertretung von Backhaus wahrgenommen habe. Mit dem Minister sollte unter anderem diskutiert werden, wie sich die Zahl der Wale in der Ostsee reduzieren ließe, die als Beifang in Fischernetzen verenden.
"Seit 2006 sterben jedes Jahr über 50 Schweinswale vor unserer mecklenburgischen Küste, viele davon auf qualvolle Weise als Beifang", sagte der an dem Termin beteiligte Meeresbiologe Henning von Nordheim von der Universität Rostock dem "Spiegel". Das sei seit Langem bekannt, werde öffentlich jedoch kaum wahrgenommen.
In der Diskussion über den Wal in der Ostsee wird immer wieder kritisiert, dass viele Ressourcen in die Rettung dieses einen Tiers fließen, während der Tier- und Meeresschutz seit Jahren zu kurz kommt. Die Population der Ostseeschweinswale besteht nur noch aus wenigen hundert Tieren und ist vom Aussterben bedroht.
Gerade im Licht der aktuellen Geschehnisse sei es "absolut nicht hinnehmbar", dass weiter so viele Wale in Fischernetzen in der Ostsee verendeten, so von Nordheim. "Das sind Tiere, die genauso leben, die genauso Schmerzen empfinden, die kläglich sterben, ähnlich wie möglicherweise jetzt der Buckelwal."