Der TagMord in Berliner Wettbüro - Prozess geht in die nächste Runde
Einer der bundesweit größten Prozesse gegen Rocker geht in die nächste Runde: Acht Jahre nach den tödlichen Schüssen in einem Berliner Wettbüro befasst sich diese Woche der in Leipzig ansässige 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs mit dem Fall. Rund fünf Jahre hatte der Prozess gegen zehn Rocker gedauert, am Ende verurteilte das Landgericht Berlin 2019 acht von ihnen wegen Mordes und einen weiteren wegen Anstiftung zum Mord zu lebenslangen Freiheitsstrafen. Rechtskräftig geworden ist davon bislang nur ein Urteil - das des Mannes, der umfassend ausgesagt hatte und deswegen bei den Hells Angels als Verräter gilt.
Die Revisionen der Angeklagten und der Staatsanwaltschaft beschäftigen nun die BGH-Richter. Wegen der Größe des Verfahrens und der hohen Zahl an Beteiligten wird am kommenden Dienstag und Mittwoch im großen Sitzungssaal des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig verhandelt. Bis heute sind im Internet Aufzeichnungen der Überwachungskameras zu finden von dem tödlichen Anschlag am 10. Januar 2014: 13 teils vermummte Männer marschieren in das Wettcafé in Berlin-Reinickendorf. Der Mann an der Spitze feuert im Hinterzimmer mit einer Pistole ohne Vorwarnung auf das 26 Jahre alte Opfer. Getroffen von sechs Kugeln starb das Opfer noch im Café. Der Anschlag soll die Rache für eine Schlägerei vor einer Diskothek 2013 mit einem verletzten Hells-Angels-Rocker gewesen sein.