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Der TagNach Anzeige wegen Foto mit Nazisymbol - CDU-Politiker aus Partei ausgetreten

06.11.2024, 15:56 Uhr

Es heißt ja gern mal, Facebook sei als soziales Netzwerk tot. Doch einige Menschen sind da weiterhin aktiv mit eigenen Beiträgen, was einem CDU-Politiker aus Delmenhorst bei Bremen jetzt große Kritik und Empörung eingebracht hat. Auf einem Foto, das der Mann in dem Netzwerk Berichten zufolge gepostet hat, soll eine Sexpuppe zu sehen sein, auf der Stirn ein Nazisymbol prangen. Jetzt ist der Beschuldigte, der für den Post in einer privaten Facebook-Gruppe auch angezeigt worden ist, aus der Partei ausgetreten. "Die betroffene Person ist heute aus der Partei ausgetreten und nicht mehr Mitglied der CDU", teilt Daniel Kaszanics, Geschäftsführer des CDU-Landesverbands Oldenburg, mit. "Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form der Diskriminierung, Gewaltverherrlichung und extremistischen Symbolik." Der Politiker selbst äußerte sich bislang nicht.

Die "Nordwest-Zeitung" veröffentlichte einen Screenshot des Fotos. Demnach hängt die Sexpuppe an einem Galgen, trägt einen St. Pauli-Pullover und hat "ScheiSS St. Pauli" auf der Stirn stehen - das "SS" erinnert an die verbotene doppelte "Sig"-Rune, ein Kennzeichen der sogenannten Schutzstaffel (SS) der Nationalsozialisten. Das Bild soll der Politiker am 26. Oktober in der Gruppe mit Hunderten Nutzern gepostet haben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte, dass über das Online-Portal der Polizei eine Strafanzeige wegen des Fotos eingegangen sei. Auch der Fußball-Bundesligist St. Pauli verurteilt den Post. "Aus Schlagworten können Brandsätze werden, daher sollten solche Herabwürdigungen sehr ernst genommen werden", sagte St. Pauli-Präsident Oke Göttlich. "Wir prüfen rechtliche Schritte auf alle möglichen Straftatbestände, gehen aber zudem davon aus, dass die Verwendung von SS-Runen ohnehin verfolgt wird."

Quelle: ntv.de