Der TagNoch ein rechtsextremer Vorfall auf Sylt? Frau fremdenfeindlich beleidigt und attackiert
Wenn man erst einmal so richtig hinguckt, oder? Die Urlaubsinsel Sylt macht weiter Negativ-Schlagzeilen: Auf der Nordseeinsel hat es laut Polizei über Pfingsten mehr mutmaßliche rechtsextremistische Zwischenfälle gegeben als bislang bekannt. Seit Tagen sorgt ein Video von Feiernden in einem Nobel-Lokal in Kampen für Empörung, die zur Melodie von Gigi D'Agostinos Partyhit "L'amour toujours" die rassistische Parole "Deutschland den Deutschen" und "Ausländer raus" skandierten. Ein Beteiligter zeigte zudem eine Art Hitlergruß. Nach Angaben der Polizei im schleswig-holsteinischen Flensburg ermittelt der Staatsschutz auch nach einem offenbar ausländerfeindlich motivierten Angriff auf eine 29-Jährige in Kampen. Gleiches gilt für einen weiteren Vorfall mit rechtsextremen Liedzeilen in einer zweiten Bar, deren Betreiber das selbst öffentlich gemacht hatten.
Die 29-Jährige sei am Pfingstsonntag auf einer Straße zunächst "fremdenfeindlich beleidigt und im späteren Verlauf auch körperlich angegriffen worden". Dabei sei sie leicht verletzt worden, so die Polizei. Für mich persönlich ein Vorfall, der einen Ausblick darauf gibt, was auf das Singen ausländerfeindlicher Zeilen folgen könnte, die gerade gern mal als "Jugendsünden" verharmlost oder auf Alkoholkonsum geschoben werden. Ich pflichte meinem einen Kollegen in der Frühkonferenz heute bei: Ich hätte noch so betrunken sein können in dem Alter, aber wäre ganz sicher nicht auf die Idee gekommen, solche Sätze von mir zu geben oder gar einen Hitlergruß anzudeuten. Kaum vergeht eine Woche, teils ein Tag, an dem nicht über einen Angriff auf einen Politiker oder eine Politikerin berichtet wird, wie erst am vergangenen Wochenende auf die niedersächsische Grünen-Politikerin Marie Kollenrott. Wir haben wohl ein größeres Problem mit rechtsextremem Gedankengut und verfassungsfeindlichen Haltungen in unserer Bevölkerung, als manch einer wahrhaben will.