Der TagNordkorea bestätigt Test ihrer Interkontinentalrakete und droht USA

Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge erfolgreich eine neuartige atomwaffenfähige Interkontinentalrakete (ICBM) getestet, die die USA erreichen kann. Machthaber Kim Jong Un habe höchstpersönlich die letzte Vorbereitungsphase für den Start einer ICBM des Typs "Hwasongpho-17" angeleitet und den Abschussbefehl gegeben, berichten die staatlich kontrollierten Medien. Durch den Test habe "die Zuverlässigkeit ihres sofortigen Einsatzes unter Kriegszeitbedingungen" nachgewiesen werden können. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nordkorea bestätigte damit den Test, der am Tag zuvor sofort die Nachbarländer Südkorea und Japan alarmiert hatte. Südkoreas Präsident Moon Jae In warf dem weitgehend isolierten Nordkorea vor, das selbst auferlegte Moratorium für Tests mit militärischen Langstreckenraketen vollends durchbrochen zu haben, die Sicherheit in der Region zu bedrohen und gegen UN-Resolutionen zu verstoßen. Die Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ICBM und anderer ballistischer Raketen. Bei solchen Raketen handelt es sich in der Regel um Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.
Der UN-Sicherheitsrat will sich noch heute mit Nordkorea befassen. Nordkoreanische Medien beschrieben das neuartige Waffensystem als "zentrales Angriffsmittel der strategischen Streitkräfte der Volksrepublik und zuverlässiges Mittel zur Abschreckung eines Atomkriegs". Den USA wurde unterstellt, Nordkorea nuklear zu bedrohen. Sein Land sei "vollständig zu einer langfristigen Konfrontation mit den US-Imperialisten bereit", wird Kim zitiert. Die Gespräche der USA mit Nordkorea über sein Atomwaffenprogramm kommen seit mehr als drei Jahren nicht mehr voran. Experten nehmen daher an, Pjöngjang könnte auch versuchen, mit seinen jüngsten Raketentests den Druck auf Washington zu erhöhen.