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Der TagPfleger: Tigerangriff auf Roy war Selbstverschulden

28.03.2019, 18:17 Uhr
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(Foto: picture alliance / dpa)

Siegfried und Roy waren über Jahre eine Attraktion in Las Vegas. Sie vollführten hunderte Zaubershows mit einem besonderen Markenzeichen: weiße Tiger. Die beiden Deutschen Illusionisten feierten große Erfolge auf der Bühne und bei TV-Auftritten, bis zum Jahr 2003, als Roy Horn während einer Show von seinem Tiger "Mantacore" attackiert und schwer verletzt wurde. Die offizielle Geschichte lautete, Roy habe einen Schlaganfall auf der Bühne erlitten und das habe zu einer fehlgeleiteten Hilfsaktion durch den Tiger geführt. Doch diese Erklärung soll nur dazu gedient haben, die Marke der Zauberer und die Tiere zu schützen, wie der damalige Betreuer von "Mantacore" nun enthüllt. Er beschreibt die Situation ganz anders und sieht den Fehler für das Unglück beim Roy Horn selbst.

"Roy hat, anstatt Mantacore im Kreis zu führen - wie es normalerweise üblich ist - ihn einfach mit seinem Arm in einer Pirouettenbewegung direkt in seinen Körper gelenkt", sagt Chris Lawrence dem "Hollywood Reporter". "Weil Roy das richtige Verfahren nicht befolgte", habe das "Verwirrung und Rebellion" bei der Raubkatze ausgelöst. Als Roy dann vor dem Tier zurückgewichen sei, habe das die Instinkte des Tigers geweckt und ihn zu dem folgenschweren Angriff verleitet.

Lawrence macht sich selbst schwere Vorwürfe, weil er es war, der Roy den Tiger für die Nummer vorgeschlagen hatte. Die Show am 3. Oktober 2003 fand an Roys 59. Geburtstag statt und sollte etwas Besonderes werden. Aus Angst, die Geschichte würde in der angekündigten Autobiographie der beiden Zauberer falsch dargestellt, wandte sich der ehemalige Tierpfleger nun an die Öffentlichkeit.