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Der TagPistorius weist Vance-Kritik an Europa energisch zurück

14.02.2025, 17:38 Uhr

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ist von seiner ursprünglich für die Münchner Sicherheitskonferenz vorbereiteten Rede abgewichen und hat zu Beginn auf die Anwürfe von US-Vize J.D. Vance reagiert. Die Demokratie sei von Vance "für ganz Europa" angezweifelt worden, sagte Pistorius und fügte an: "Das ist nicht akzeptabel." Das sei nicht die Demokratie, in der er aktuell Wahlkampf mache. Und das ist nicht die Demokratie, die ich in unserem Parlament erlebe. In dieser Demokratie hat jede Meinung eine Stimme." Der SPD-Politiker verwies insbesondere darauf, dass auch "in Teilen extremistische" Parteien wie die AfD in Deutschland "ganz normal Wahlkampf" machen könnten.

"Hätte der Vizepräsident gestern Gelegenheit gehabt, bei Ankunft den Fernseher einzuschalten, hätte er eine Spitzenkandidatin dieser Partei zur Primetime im deutschen Fernsehen gesehen", sagte Pistorius in Anspielung auf Alice Weidels Auftritt bei der ZDF-Wahlsendung "Klartext" am Donnerstagabend. Demokratie müsse sich aber "wehren können gegen die Extremisten, die sie zerstören wollen", sagte Pistorius. Er sei "froh, dankbar und stolz in einem Europa zu leben, das diese Demokratie und unsere Art, in Freiheit zu leben, jeden Tag verteidigt gegen ihre inneren Feinde und gegen ihre äußeren". Er trete "dem Eindruck, den Vizepräsident Vance erweckt hat, energisch entgegen, dass in unserer Demokratie Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht werden". Pistorius fügte an: "Wir wissen nicht nur, gegen wen wir unser Land verteidigen, sondern auch wofür. Für die Demokratie, für die Meinungsfreiheit, für den Rechtsstaat und für die Würde jedes Einzelnen." Für seine knapp vierminütige Replik erhielt Pistorius mehr Applaus als J.D. Vance für seine gesamte Rede.

Quelle: ntv.de