Der Tag

Der TagPolizei legt weltweiten Drogen-Shop in Bayern lahm

23.04.2025, 16:02 Uhr

Fans der Netflix-Serie "How to sell drugs online (fast)" erfreuen sich ja gerade an Staffel 4. In der Serie geht es um einen Onlineversandhandel für Drogen, den zwei Teenager erst im Darknet und später im normalen Internet hochziehen und erst ganz viel Geld damit machen - was natürlich nicht für lange gut geht. Der Plot basiert lose auf dem Fall eines 18-Jährigen aus Leipzig, der mit "Shiny Flakes" aus seinem Kinderzimmer heraus zu einem "Drogenbaron" wurde. Beim Lesen der folgenden Meldung habe ich direkt aufs Alter geschaut und muss alle Sensationslustigen "enttäuschen": Die Polizei hat in Bayern zwar einen weltweiten Onlineversand für Drogen dicht gemacht, aber: Es sind wohl keine nerdigen Teenager am Werk. Bei der Razzia nahmen die Ermittler drei Männer und eine Frau zwischen 24 und 56 Jahren fest. Im Landkreis Eichstätt und in Neuburg an der Donau stellten die Ermittlerinnen und Ermittler 53 Kilogramm Betäubungsmittel sicher, davon etwa 30 Kilogramm Methamphetamin, zwei Kilo Heroin, vier Kilo Kokain sowie rund 150.000 arzneimittelpflichtige Tabletten, wie das bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Bamberg gemeinsam mitteilen.

Professionell war nicht nur der Versand aufgezogen: Nach Angaben der Ermittler haben die Menschen hinter dem kriminellen Vorhaben die Substanzen höchst professionell gelagert und verwaltet. So lagen die Drogen teils bereits vorportioniert in rund 7.000 vakuumverschweißten Tütchen bereit - die werden wohl keine "Kundinnen und Kunden" mehr erreichen, sondern wandern in die Asservatenkammer der Polizei. Ihnen dürfte die Professionalität der Kriminellen wohl auch zum Verhängnis werden: Die Ermittlerinnen und Ermittler fanden eine detaillierte Buchführung mit den dazugehörigen Kundendaten vor von mehr als 7000 Bestellungen. Das dürfte wohl auch mit ein Grund gewesen sein, warum wir erst jetzt von der Razzia erfahren, die bereits im Februar stattgefunden hat.

Quelle: ntv.de