Der TagPolizisten entschuldigen sich nach Gewalt auf G20-Gipfel bei Opfer
Neun Jahre ist es her, dass ein Mann im Rahmen der teils gewaltsamen Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg Prellungen und Hämatome davon getragen hat. Der Grund: Drei Polizeibeamte sollen ihn auf dem Bismarck-Denkmal mit Schlagstöcken und Fäusten ohne Grund geschlagen und verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, es besteht der Verdacht der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung im Amt. Heute hat der Prozess gegen die drei Beamten begonnen - mit einer überraschenden Szene: Zwei der Polizisten entschuldigen sich bei dem Gewaltopfer. Sie räumten ein, dass ihr Vorgehen aus heutiger Sicht nicht gerechtfertigt gewesen sei. Beide boten jeweils 500 Euro Schmerzensgeld an. Das Opfer nahm die Entschuldigungen an und erklärte vor Gericht, diese bedeuteten ihm mehr als das Geld. Einer der Angeklagten übergab die angebotenen 500 Euro Schmerzensgeld noch im Gerichtssaal.
Das Verfahren am Amtsgericht Hamburg ist laut Staatsanwaltschaft übrigens das erste dieser Art; alle weiteren gegen Beamte wurden demnach eingestellt. Zur Anklage kam es laut Staatsanwaltschaft, weil die Generalstaatsanwaltschaft während der Prüfung der eingestellten Verfahren zu der Einschätzung kam, dass die Polizisten mutmaßlich nicht gerechtfertigt gehandelt hätten.