Der TagProzess um zerstückelte Leiche wird nach Rassismus-Skandal neu aufgerollt
Man muss sich doch kurz die Augen reiben: Ein Mann erschießt einen Geflüchteten mit einer Pistole aus der Nazi-Zeit. Bei den Ermittlungen zum Täter kommt noch so einiges ans Licht - Hitler-Bilder auf dem Computer, NS-Literatur, eine arbeitsrechtliche Abmahnung wegen des Spruchs "Ein guter Deutscher kauft nicht beim Juden" und der Schriftzug "Wolfsschanze" über der Hundehütte. Doch trotz all dieser Indizien sah das Landgericht Waldshut-Tiengen bei dem Täter, der sein Opfer nach der Tat zerstückelte, damals kein rassistisches Motiv. Wegen Totschlags wurde er im November 2024 zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Nun hat der Bundesgerichtshof laut einem Bericht der "Tagesschau" das viel kritisierte Urteil aufgehoben.
Das Landgericht habe Rechtsfehler in der Urteilsverkündung gemacht, eine andere Strafkammer des Landgerichts Waldshut-Tiengen werde den Fall neu aufrollen. Bei dem Fehler geht es dem Bericht zufolge allerdings nicht um die Frage nach dem Motiv. Für die Schwester des Opfers ist die Antwort dennoch weiterhin klar: Rassismus. "Nach dem Mord hat der Täter die Leiche meines Bruders zerteilt und weggeworfen. Das war extrem grausam." Der Täter habe dazu gesagt, er wisse, wie man Wildtiere zerlegt. "Unmenschlich und schockierend", nennt das die Schwester.