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Der TagRazzia in elf Bundesländern: Ermittler sprengen mutmaßliche Neonazi-Terrorgruppe

06.04.2022, 08:39 Uhr

Hunderte Polizisten gehen seit den Morgenstunden bundesweit gegen die militante Neonazi-Szene vor. Nach "Spiegel"-Informationen richtet sich die Aktion vor allem gegen mutmaßliche Mitglieder der sogenannten "Atomwaffen Division" (AWD) und einer verwandten Teilgruppierung. Beamtinnen und Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) durchsuchen im Auftrag des Generalbundesanwalts die Wohnungen von 50 Beschuldigten in elf Bundesländern. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, es seien vier Männer aus Thüringen festgenommen worden.

In insgesamt fünf Ermittlungsverfahren werfen die Fahnder dem Netzwerk die versuchte Bildung einer terroristischen Vereinigung vor. Gegen einen Teil der Beschuldigten wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Einen weiteren Teil verdächtigen die Behörden, einen Neonazi-Verein trotz Verbots weiterbetrieben zu haben. Unter den Tatverdächtigen ist nach "Spiegel"-Informationen ein aktiver Soldat der Bundeswehr im Rang eines Unteroffiziers. Die "Atomwaffen Division" hat ihren Ursprung in den USA und wurde dort 2015 von internetaffinen jungen Rassisten gegründet. Inzwischen werfen US-Behörden AWD-Anhängern fünf Morde vor. 2018 etablierten Rechtsextremisten einen AWD-Ableger in Deutschland.

Quelle: ntv.de