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Der TagRobbensterben auf Rügen - was tötet die Tiere in der Ostsee?

15.11.2024, 09:39 Uhr
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Irgendwas setzt den streng geschützten Tieren in der Ostsee zu. (Foto: picture alliance / Zoonar)

An der Ostküste Rügens gibt es seit Anfang Oktober ein unschönes Phänomen: Dort werden ungewöhnlich viele tote Kegelrobben entdeckt. 44 tote Tiere wurden inzwischen gezählt und laut Polizei ist die Ursache dafür weiterhin unklar. Ein zuletzt in der Öffentlichkeit diskutierter Zusammenhang mit einer Fischreuse könne "trotz aufwändiger Untersuchungen weder eindeutig belegt noch vollständig ausgeschlossen werden", teilen das Landeswasserschutzpolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern in Waldeck und die Staatsanwaltschaft in Stralsund mit. Die Ermittlungen würden "daher auch unter Berücksichtigung anderer Versionen fortgeführt", erklären die Behörden. Ein natürlicher Tod oder Krankheiten können ausgeschlossen werden, weil sich die gefundenen Robben demnach in einem guten Allgemeinzustand befanden. Kegelrobben sind streng geschützt.

Dem Landesumweltministerium zufolge gab es 2017 eine ähnliche Häufung von Totfunden. Damals hätten die konkreten Ursachen des Robbensterbens nicht aufgeklärt werden können. Umweltschutzgruppen fordern von der Landesregierung verstärkte Anstrengungen zur Aufklärung ein und rücken dabei vor allem den Verdacht eines Zusammenhangs mit Fischereiaktivitäten in den Vordergrund. Der BUND-Landesverband erklärt: "Es deutet vieles auf einen Ertrinkungstod - vergleichbar mit dem von Tieren aus einem Beifang - hin." Laut Norddeutschem Rundfunk stellten mehrere Institutionen in dem Fall Strafanzeigen, darunter das Biosphärenreservat Südost-Rügen, die Stiftung Deutsches Meeresmuseum in Stralsund sowie die Umweltgruppen BUND und Sea Shepherd.

Quelle: ntv.de